Stellungnahme des Gemeindekirchenrats Bennungen zum Verhältnis zum LEO e.V.

In den Jahren 2014 und 2016 sowie im April 2018 wurde der in Bennungen ansässige Verein Leo e.V. mit seinem Vorsitzenden Pfr. i.R. Ritter in Reportagen und in verschiedenen Zeitungsartikeln hart im Blick auf das Verhältnis zu Homosexualität kritisiert. Hintergrund ist Theorie und Praxis des Vereins, dass in bestimmten Fällen ein gleichgeschlechtliches Empfinden durch entwicklungsbedingte Störungen entsteht und durch einen langen Weg des Gesprächs und der Selbstanalyse verändert werden kann.  Als Gemeindekirchenrat der Kirchengemeinde Bennungen sind uns im Blick darauf folgende Punkte wichtig:

(1) Wir erleben die Kirchengemeinde Bennungen als eine Gemeinschaft, die einladend das Miteinander im Dorf sucht und weder theoretische noch praktische Unterschiede zwischen verschiedenen Lebensentwürfen der Menschen im Ort macht.

(2) Uns tut es herzlich leid, dass durch die Berichterstattung der Medien über den rechtlich und inhaltlich deutlich von der Kirchengemeinde unterschiedenen Verein Leo e.V. der Eindruck erweckt wurden ist, die Kirchengemeinde würde bestimmte Menschen in irgendeiner Weise diskriminieren. Das entspricht in keiner Weise der Einstellung und dem Handeln unserer Kirchengemeinde.

(3) Vor dem Hintergrund der in den Artikeln aufgeworfenen inhaltlichen Fragen ist es uns deshalb im Blick auf unser Leben als Christen wichtig zu betonen, dass homosexuell oder lesbisch empfindende Menschen von Gott angenommen und geliebt sind. Gottes Einladung, mit ihm auf seinem Lebensweg zu gehen, gilt jeder und jedem. Deshalb ist es für uns selbstverständlich, dass die sexuelle Orientierung keine Bedeutung für das Willkommensein und die aktive Mitarbeit in der Kirchengemeinde hat.

(4) Da bisher niemand wirklich erklären kann, warum der eine gleichgeschlechtlich liebt und der andere nicht, halten wir es zudem für unverantwortlich, jeden homosexuell oder lesbisch empfindenden Menschen unter den Generalverdacht eines entwicklungsbedingten inneren Defizits zu stellen.

(5) Sollte im Verein LEO e.V. gelehrt werden, dass es sich bei Homosexualität um eine emotionale Entwicklungsstörung, eine Identitätsstörung oder um eine Neurose handelt, distanzieren wir uns davon.

(6) Als Gemeindekirchenrat bekennen wir uns zu den Beschlüssen unserer Landessynode vom November 2012 (DS 12.6/2 B) zur Frage der Segnung gleichgeschlechtlicher Paare und zum Wohnen gleichgeschlechtlicher Paare in Pfarrhäusern und heben insbesondere folgende Punkte hervor:

– „Die Diskriminierung von Menschen, die in gleichgeschlechtlicher Partnerschaft leben, ist unvereinbar mit dem christlichen Menschenbild.“

– „Paare, die in gleichgeschlechtlicher Partnerschaft leben, können in einem Gottesdienst gesegnet werden.“

–  „Die Landessynode erkennt an, dass die unterschiedlichen Positionen, die in unserer Kirche im Blick auf gleichgeschlechtliche Partnerschaften vertreten werden, sich am Zeugnis der Schrift ausrichten wollen.“

(7) Das Thema des Umgangs mit homosexuell empfindenden Menschen spielt bei den Berührungspunkten zwischen Kirchengemeinde und Verein Leo e.V. keine Rolle. Die Verantwortung der Vereinsarbeit liegt allein bei dem Verein Leo e.V. selbst.  Anders als in den einseitig fokussierten Medienberichten nehme wir an dem Verein ein herzliches Engagement für Menschen in Notsituationen und eine große Offenheit für lebensweltliche und theologische Fragen ohne bereits feststehende Wertungen wahr.

Seit dem Spätsommer 2017 war der untere Teil der Roßlaer Kirche eingerüstet und es wurde fleißig an den immensen Steinschäden der Kirche gearbeitet. Neben dem eigentlichen Turm wurde auch  der absturzgefährdete  Fililalturm an der Südwestecke des Kirchenschiffs (zum Parkplatz) saniert, damit  die Stabilität wieder für die nächsten 50 Jahre gewährleistet ist. Die Kosten für dieses Vorhaben, 20 Höhenmeter Turm zu sanieren, belaufen sich auf rund 115.000 €, was nur durch Spenden und Fördermittel möglich gewesen ist. Herzlichen Dank allen Spendern und Förderen. Wir freuen uns sehr, dass die Turmsanierung seit Anfang 2018 abgeschlossen wurde.

Damit ist nun der 4. Bauabschnitt allein am Turm seit 2010 beendet. Wir sind dankbar, dass dieser mit 68 Metern Höhe größte Turm im Landkreis und südlichen Harzraum so gesichert ist, dass keine Steine mehr herausbrechen können.

Nächstes großes Projekt ist die Sanierung des Südgiebels der Kirche, wo sich katastrophale Schäden zeigen. Wir hoffen, dass die Steinsanierung im Jahr 2019 angegangen werden kann.