Grundsätzlich: Gegenwärtig ist unsere Gesellschaft stark von der Ausbreitung des Corona-Erregers geprägt, der insbesondere für ältere oder im Immunsystem einge-schränkte Menschen sehr gefährlich werden kann. Alle Experten sind sich einig, dass es notwendig ist, die sozialen Treffpunkte deutlich zu reduzieren. Auch wir als Kirchen-gemeinden wollen natürlich alles in unserer Macht stehende tun, um den Anstieg der Krankheitszahlen zu bremsen. Wir wollen dabei ohne Panik und mit Verantwortung unser kirchliches Leben in der Corona-Krise gestalten.

Unsicherheit: Wie sich die Ausbreitung des Virus bis Pfingsten in unserer Gegend entwickelt, lässt sich heute (19.3.) nur schwer einschätzen.

Verantwortlichkeiten: Als Kirchengemeinden im Pfarrbereich müssen wir selbst verantwortlich entscheiden, unterliegen aber zum einen den Anordnungen des Landes Sachsen-Anhalt, da Gottesdienste rechtlich als Veranstaltungen gelten. Zum anderen sind kirchenrechtlich auch die Empfehlungen der Landeskirche für uns bindend.

Gottesdienste: Alle Gottesdienste bis einschließlich Ostermontag sind abgesagt. Zu den ursprünglich geplangten Gottesdienstzeiten bin ich als Pfarrer in der Kirche vor Ort (nicht im Gemeindehaus oder Pfarrhaus), läute 5 Minuten die Glocken, singe eine Lied und bete einen Psalm und das Vaterunser sozusagen „stellvertretend“ für die Gemeinde.

Gemeindenachmittage und Frauenkreise fallen für den April aus. Für den Mai werden Termine geplant. Ob diese stattfin-den werden, wird dann kurzfristig entschieden.

Arbeit mit Kindern und Jugendlichen: Solange Kita und Schulen geschlossen sind, finden keine Angebote für Kinder (Kinderchor, KidsTreff, Eltern-Kind-Treff, Kids-Treff Junior) und für Jugendliche (Jugendkreis) statt. Werden die Schulen wieder geöffnet, beginnt auch wieder die kirchliche Arbeit mit Kindern. Nicht stattfinden wird leider auch im Mai der Eltern-Kind-Treff, weil dort die Zahl der teilnehmenden Personen relativ hoch und gemischt ist.

Beerdigungen: Beerdigungen finden weiterhin statt. Im Blick auf die Form der Beerdigungen (öffentlich oder Familie, Trauerhalle oder Grab etc.) sind wir als Kirche an die Weisungen der Stadt Sangerhausen (für die Friedhöfe Breitenbach, Rotha, Horla, Wolfsberg), der Stadt Kelbra (für den Friedhof in Tilleda) und der Gemeinde Südharz (für die Friedhöfe in Roßla, Breitungen, Dittichenrode, Questenberg Wickerode) gebunden, da die jeweiligen Kommunen Besitzer der Friedhöfe sind.

Konzerte und Chor: Das für den 1. April geplante Konzert in Bennungen mit der Passion von Kieling fällt aus. Die Chorproben der Kantorei Golde-ne Aue und des Kirchenchors Bennungen finden vorerst bis nach Ostern nicht statt.

Die Roßlaer Kirche ist von der Höhe des Turms und von der Anzahl der Sitzplätze die größte Kirche im gesamten Landkreis und im Harzraum bis Wernigerode und ist dennoch eine „Dorfkirche“. Seit über zehn Jahren versuchen wir, Bauabschnitt für Bauabschnitt die Kirche außen zu sanieren. Das Grundproblem ist dabei immer ähnlich: Nach bald 150 Jahren sind vielfach die Fugen ausgewaschen und manche der Sandsteine ohne gute Qualität „zerbröseln“ gleichsam. Außerdem hat hat man oft Abdeckungen und Schmuckelemente mit Eisen befestigt, dass durch eindringendes Wasser rostet und den Sandstein noch zusätzlich sprengt.
Im vergangenen Jahr ist es gelungen, den Südgiebel des Querhauses, der zum Schloss zeigt, mit seinen beiden kleinen Filialtürmen und mit dem Rosettenfenster grundlegend für rund 90.000 Euro zu sanieren.D ie Maßgabe des Denkmalschutzes war, bei der Sanierung möglichst viele der alten Steine zu erhalten, so dass der Anblick des Giebels keine ebene Mauerfläche zeigt, sondern eine von den Jahrzehnten gezeichnete – nun aber neu verfugt. Eine besondere Herausforderung waren dabei die schweren Sandsteinplatten auf dem Giebel, die vor der Sanierung alle lose waren. Die Sanierung ist möglich geworden durch die Unterstützung von Lotto-Toto Sachsen-Anhalt, der Stiftung KiBa, dem Landesverwaltungsamt und dem Zukunftsfonds Mansfeld-Südharz.
Das nächste große Bauvorhaben wird dazu die Sanierung des nördlichen Giebels oberhalb des vor einigen Jahren sanierten Fensters (gegenüber von Uhrmacher Kutzleb) sein, wo ebenfalls Rosette, Filialtürme, Sandsteinplatten und Fugen erneuert werden müssen. Insgesamt wird das Vorhaben rund 98.000 Euro umfassen. Gegenwärtig haben sich noch nicht alle um Hilfe angefragten Fördermittelgeber zurückgemeldet. Von Herzen dankbar sind wir über die Förderzusage von Lotto-Toto Sachsen-Anhalt und der Stiftung für die Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler (Stiftung KiBa).